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Bestandsschätzung der Strassentauben in Zürich

Strassentauben prägen das Stadtbild vieler Städte. In Zürich ist über die Grösse der Bestände und die Bewegungsmuster der Tauben bislang nur wenig bekannt. Um diese Wissenslücken zu schliessen, hat SWILD im Auftrag der Wildhut der Stadt Zürich eine wissenschaftliche Erhebung  durchgeführt.

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Zwei Beringte Tauben auf einem Dach.

Zwei Strassentauben in der Stadt Zürich, die wir im Rahmen der Bestandsschätzung an den Beinen markiert haben. Durch den Farbcode der Ringe sind sie individuell erkennbar.

Wissenschaftliche Grundlage für das Taubenmanagement

Seit dem 1. Januar 2023 gilt im Kanton Zürich ein gesetzliches Fütterungsverbot für Wildtiere, zu denen auch verwilderte Haustauben gehören (Art. 5 JSG). Doch trotz des bestehenden Fütterungsverbots werden Strassentauben in grossem Umfang weiterhin von Privatpersonen gefüttert. Die dadurch entstehende hohe Futterverfügbarkeit begünstigt die Vermehrung der Tiere. In der Folge kann es lokal zu Konflikten mit der Bevölkerung kommen, insbesondere wenn Plätze oder Balkone mit Taubenkot verschmutzt werden. Die Bestandsschätzung und die Angaben zur Raumnutzung der Tauben sollen die wissenschaftliche Grundlage für das zukünftige Management der Strassentaubenpopulation in der Stadt Zürich liefern.

Bestandsschätzung mit der Fang-Wiederfang-Methode

Zur Schätzung der Bestandsgrösse haben wir die Fang-Wiederfang-Methode angewendet, da jeweils nur ein Teil der Tauben sichtbar ist. Im Frühling 2025 haben wir an neun Standorten insgesamt mehr als 400 Stadttauben mit farbigen Fussringen markiert, sowohl an innerstädtischen als auch an Standorten in Aussenquartieren. Jede Taube erhielt dabei ihre eigene Markierung: einen farbigen Fussring am linken Bein, der den Standort kodierte, und zwei Farbringe am rechten Fuss für die individuelle Erkennung. Nachdem wir ihren Gesundheitszusand überprüft hatten, liessen wir die Tiere wieder frei. In den darauffolgenden Wochen dokumentierten wir auf systematischen Beobachtungsrundgängen die Sichtungen der markierten Tauben.

Farbmarkierung und GPS-Logger ermöglichen Rückschlüsse auf Bewegungsmuster

Die individuelle Farbmarkierung und die anschliessenden Wiederbeobachtungen ermöglichen es, die Bestandsgrösse anhand der Wiedersichtungswahrscheinlichkeit zu berechnen. Gleichzeitig lassen sich Bewegungen zwischen Stadtteilen nachvollziehen, sobald markierte Tiere an verschiedenen Standorten beobachtet werden. In einem Pilotversuch haben wir zudem einzelne Tauben mit GPS-Loggern ausgestattet. Durch die Kombination dieser beiden Methoden können wir Aussagen dazu machen, wir die Tauben den Stadtraum räumlich nutzen. 

Die Ergebnisse der Erhebung und das Vorgehen für das Taubenmanagement werden durch Grün Stadt Zürich kommuniziert.

Was schätzen Sie: Wie gross ist der Taubenbestand in der Stadt Zürich? 
Schreiben Sie uns an @email
Gerne informieren wir Sie, wenn die Resultate veröffentlicht werden.